Fr. Jul 30th, 2021
blogykid

Das neueste Werk des aus Chicago stammenden Andrew Bird, „Break it Yourself“, bleibt dem klugen Witz und der einzigartigen Laune treu, die Fans von seiner Musik erwarten.

Als Meister darin, virtuoses Geigenspiel und einen unverwechselbaren Pfeifstil zu vereinen, der für sich genommen (neben anderen reizvollen Schnörkeln) charakteristisch ist, schafft er es, immer mühelos eine Pop-Sensibilität zu bewahren, die wiederholtes Spielen rechtfertigt, ohne zu langweilig zu werden. Diesmal ist es nicht anders.

Auf „Desperation Breeds“, dem Opener des Albums, grübelt Bird vorsichtig über den Bienenmangel der Welt nach, bevor er langsam in ein hohes Geigenquietschen ausbricht, das in eine wahnsinnige Raserei seiner typischen Fingerfertigkeiten eintaucht. Es scheint fast buchstäblich die Frustration und Verwirrung der Bienen selbst zu kanalisieren.

„Eyeoneye“, ein Track, der es schafft, Herzschmerz und die Komplikationen eines Tumors namens Teratom zu korrelieren, ist so eingängig wie alles, was er in der Vergangenheit gemacht hat, wenn nicht sogar noch mehr. Die treibende Kraft der Melodie lässt Verletzlichkeit wie ein lustiges Erlebnis erscheinen, das sich niemand entgehen lassen sollte. Besonders deutlich wird dies gegen Ende, wenn er „Go ahead and defibrillate yourself“ singt/chantet, bevor sich die hämmernden Trommeln zu einem Crescendo aufbauen… und dann natürlich mit einem leichten Pfeifen verpuffen; als ob wir gerade einen Hardcore-Marathon gelaufen wären, als ob es nichts wäre. Erschöpfung gibt es hier nicht, sondern Jubel.

Das Thema des Hörens wird in „Near Death Experience Experience“ fortgesetzt, wo das Glück, einen Flugzeugabsturz zu überleben, tanzt „… wie Krebsüberlebende… dankbar, einfach am Leben zu sein“. Aber lassen Sie sich nicht vom dunklen Thema täuschen. Die unbeschwerte Stimmung des Songs ist so glücklich, als würde man unter einer Reihe von Apfelbäumen einen Bürgersteig hinunterhüpfen. Erst wenn die Äpfel einen auf den Kopf schlagen, wird dir die Kraft bewusst, die in den Texten des Triumphs über den Schmerz vermittelt wird.

Wer hätte gedacht, dass das Thema der Überwindung von Angst und Zweifeln so großartig sein kann? Nehmen Sie „Fatal Shore“, wo ein sanfter Mr. Bird über das Thema meditiert, so leise wie eh und je, aber nicht weniger emotional kraftvoll wie einige seiner besten Tracks. Die Drums klopfen sanft mit Gitarre und Bass wie ein sanfter Schlag auf einen schmerzenden Rücken, während Bird und Sängerin Nora O’Connor wunderbar harmonieren, während sie Texte wie „Du zweifelst nie wie wir, die ein- und ausatmen“ wiederholen.

Ein willkommenes Comeback seit „Noble Beast“ von 2009, wir bekommen eine Platte, die nicht ganz so sofort zugänglich oder endlos verspielt ist, aber immer noch so stark ist wie die meisten seiner besten Werke. Die Details werden mit jedem Hören deutlicher, und dann stellt sich die Erkenntnis ein: „Break it Yourself“ ist nicht nur ein Album über eine Trennung. Es ist eigentlich ein komplettes, schlagendes Wesen, einem Herzen mit seiner eigenen Liebe nicht unähnlich.

Ich persönlich würde so ein Herz nicht alleine brechen wollen. Hier kommen Sie, der Zuhörer, ins Spiel… um die Freude des Herzschmerzes zu spüren. Ein Oxymoron, das nur in Andrew Birds Welt Sinn macht.


Von admin

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